Lesefreunde

Dieses Projekt ist eine Initiative für Lese- und Sprachförderung in Grundschulen und Kindertagesstätten – aus Kanada.

 

Wer schon als kleines Kind vorgelesen bekommt, erhält nicht nur ein positives Verhältnis zu Büchern und zum Lesen, sondern entwickelt seinen aktiven und passiven Wortschatz.

 

 

Nutzen für alle Beteiligten

 

Kindergartenkinder:

- Den Kindergartenkindern wird etwas vorgelesen, das ihrem „Geschmack“ entspricht und sie genießen die Atmosphäre des Vorlesens.

- Sie lernen Bücher kennen und sie werden motiviert, selbst nach Büchern zu suchen, die sie vorgelesen bekommen wollen.

- Kinder mit Deutsch als Zweitsprache werden in besonderer Weise sprachlich geschult (evtl. durch eine spezielle Vorauswahl passender Buchtitel).

- Die Vorschulkinder lernen die sie eventuell aufnehmende Schule kennen und gewinnen so Sicherheit bei der Einschulung. Möglicherweise werden die Patenschaften aus dem Vorleseprojekt in den Pausen oder durch Freundschaften fortgeführt.

 

Schulkinder:

- Durch die Aufgabe Vorschulkindern vorzulesen, wird neue Lesemotivation geweckt.

- Sie müssen vorlesen.

- Die Schüler und Schülerinnen müssen die Texte, die sie vorlesen, vorbereiten, indem sie das Vorlesen üben (Lesekompetenz) und sich mit dem Buch auseinandersetzen (Literaturkenntnis).

- Sie haben eine Vorbildfunktion.

- „Schwache“ Vorleser erhalten einen Ansporn zu üben, um sich an dem Vorlesen beteiligen zu können.

- Sie erweitern ihre Sprachkompetenz, indem sie auf das Sprachniveau der jüngeren Kinder eingehen.

 

Lehrkräfte und Erzieher/innen:

- Kooperation zwischen den Einrichtungen Schule und Kita

- Steigende Sicherheit in der „Lesekompetenz“ bei den Schulkindern

- Steigende „Zuhörkompetenz“ bei den Vorschulkindern

- Auffälligkeiten bei Vorschulkindern können beobachtet werden und man kann frühzeitig auf sie reagieren

- Parallelität zu der vorschulischen Sprachförderung

 

Wer nimmt teil?

 

Kinder des 3. Schuljahrganges und Vorschulkinder, die im darauffolgenden Schuljahr in die Grundschule kommen. Hierbei ist es nicht wichtig, ob sie die St. Marien-Grundschule besuchen werden.

 

Im Rahmen der Examensarbeit der Lehramtsanwärterin Frau Lea Hoffmann startete die St. Marien-Grundschule im Jahr 2011 nach den Herbstferien mit dem Book  Buddy Projekt. Sie führte es mit den Schülern und Schülerinnen der Klasse 3b und den Vorschulkindern der Kita St. Mariä-Himmelfahrt durch.

 

Jedes Schulkind ist im Idealfall der „Bücherfreund“ für ein Vorschulkind. In besonderen Fällen lesen zwei Schulkinder einem Vorschulkind vor (z.B. in der Kombination: starker Leser/schwacher Leser) oder ein Schulkind liest mehreren Vorschulkindern vor.

 

Die Eltern der Schulkinder wurden im Rahmen des Klassenpflegschaftsabends über das Vorhaben informiert. Die Eltern der Vorschulkinder bekamen einen Informationsbrief.

 

Wo und wann findet das Vorlesen statt?

Da die Vorschulkinder die Institution Schule kennen lernen sollen, findet das Vorleseprojekt in der St. Marien-Grundschule statt. Im Schuljahr 2011/12 kamen die Vorschulkinder der Kita St. Mariä-Himmelfahrt nach den Herbstferien einmal wöchentlich an einem festen Wochentag in den Klassenraum der Klasse 3b. Dieser Zeitturnus wurde bis zu den Weihnachtsferien fortgesetzt. Ab Januar 2012 fanden die weiteren Besuche bis zu den Osterferien im Zwei-Wochen-Rhythmus statt.

 

Wie kommen die Kinder an die Bücher?

Die Kinder der Klasse 3b brachten von zu Hause Bücher mit, die sie selber gerne vorgelesen bekommen hatten. Frau Hoffmann bekam vom Seminar eine Bücherliste mit geeigneter Literatur zum Vorlesen, die von der St. Marien-Grundschule für Bücherkisten angeschafft wurden. Auch von der Stadtbücherei wurden entsprechende Vorlesebücher im Rahmen der Kooperation zur Verfügung gestellt.

 

Wie läuft ein „Bücherfreunde“-Treffen ab?

Die Vorschulkinder kommen mit einer Erzieherin in die Schule. Kita-Kinder und Schulkinder begrüßen sich (evtl. mit einem gemeinsamen Lied) im Stehkreis im Vorleseraum (Klassenraum, Aula, OGS-Räume, …). Die „Lese-Partner“ finden sich und anschließend lesen die Schulkinder ca. 20 – 25 Minuten vor (einschließlich der Betrachtung von Bildern und dem erzählen zum Buch). Danach können die Kinder gemeinsam zu dem Buch malen oder sich etwas erzählen. Auf ein akustisches Signal hin, werden die vorgelesenen Bücher auf den „Büchertisch“ zurück gebracht und das Vorschulkind sucht sich aus dem Buch-Angebot für das nächste Treffen ein neues Buch aus.

 

Vor- und Nachbereitung für die Schulkinder?

Die Schulkinder sollen als häusliche Vorbereitung das Vorlesen trainieren, um folgende evtl. auftretende Probleme zu vermeiden:

- das Kita-Kind hört nicht zu

- das ausgewählte Buch ist zu anspruchsvoll

- das Kita-Kind kann sich nicht lange konzentrieren

- das Schulkind liest zu langsam oder zu unverständlich